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FRAUENzeit - in der Schweiz und in Philippi

Die Frühstückstreffen kenne ich seit ihrer Geburt 1983 – vor bald 40 Jahren.

Und ich kenne Barbara Jakob, die Initiantin, und habe Entstehung und Ausbreitung der Treffen miterlebt. Ihre Frauengesprächsgruppe war der Auslöser für die Frühstückstreffen. Barbara Jakob schrieb ein Buch: „Mit uns Frauen fängt alles an - eine Anleitung für Frauengesprächsgruppen". Ein Satz darin inspiriert mich bis heute.

Er lautet: „Forschungen haben ergeben, dass jede Person, und mag sie auch noch so unbedeutend sein und an einem abgelegenen Ort der Welt wohnen, im normal langen Leben ungefähr 160 Personen beeinflusst. Die Frage an uns lautet: Welchen Einfluss übe ich aus?“


Dieser Satz motiviert mich immer wieder. Ich habe die Möglichkeit, einen positiven Einfluss auszuüben, in meinem Umfeld, in meinen Aufgaben, meinen Begegnungen, mit meinem Reden, Lächeln oder Schreiben. Persönlich habe ich durch die Arbeit bei den Frühstückstreffen mit Referaten und als Leiterin Einflussmöglichkeiten erhalten, von denen ich mir nie hätte träumen lassen.

Sind wir uns dessen bewusst? Eine einzige Frau hat eine grosse Bewegung über die Landesgrenzen hinaus ausgelöst. Und damit hat sich der Einfluss vieler Frauen erweitert, multipliziert und Kreise gezogen.

Das erinnert mich an Lydia, Businessfrau aus Philippi, die als erste Person Europas Christin wurde. (Apg. 16.6ff)

Paulus befand sich auf seiner 2. Missionsreise in Kleinasien/Türkei und bekam Predigtverbot vom Heiligen Geist: „es wurde ihnen gewehrt, in Asien zu predigen.“

Er ändert die Richtung und setzt sich nach Norden in Bewegung, wo es berühmte Städte hat. Wieder kommt die rote Karte: „der Geist Jesu liess es nicht zu“.

Als nächstes redet Gott in einem Traum: Paulus sieht einen Mann und weiss, das ist ein Grieche. Dieser bittet: „Komm herüber nach Mazedonien“. Mit dem nächsten Schiff geht’s nach Griechenland und weiter in die Hauptstadt Philippi.


Szenenwechsel:

Endlich Wochenende! Lydia legt einen Ballen gefärbte Wolle in das Regal. Die Woche war anstrengend: Verhandlungen mit den Purpurfischern, die den kostbaren Farbstoff liefern. Es ist Knochenarbeit, bis die Stoffe gefärbt sind. Dann der Umgang mit der Kundschaft in Philippi – vor allem römische Bürger, pensionierte Militärangehörige. Sie greifen für Lydias Purpurstoffe auch mal tiefer in die Tasche.

Und dann ist da noch diese Sehnsucht – mal lauter, mal leiser meldet sie sich. Nachdenklich streicht Lydia über die Wolle. Sie ist stolz auf ihre Arbeit und was sie aufgebaut hat. Und doch – auch diese Woche hat sie wieder die Tage gezählt, bis sie am Sabbat die Ladentür hinter sich schliessen und zum Fluss hinunter kann. Dort trifft sie die andern Frauen, die wie sie im Gebet Gottes Nähe suchen.


Zurück zu Paulus:

Am Sabbat geht er zum Fluss, weil er dort einen jüdischen Gebetsplatz vermutet. Was sie antreffen, sind ein paar Frauen – eine herbe Enttäuschung! Was soll er mit diesem Damenkränzchen? Kurze Zeit später wird Paulus eines besseren belehrt. Eine dieser Frauen ist von Gott vorbereitet. Sie ist Purpurhändlerin, bei ihr verkehren nur die obersten 10‘000. Sie ist wohlhabend aber ihr fehlt Frieden mit Gott. Sie ist keine Jüdin, aber gottesfürchtig und hofft, bei der jüdischen Gemeinde etwas über Gott zu erfahren. Lydia hört Paulus zu und öffnet ihr Herz für die Gute Nachricht. Sie entscheidet sich auf der Stelle für Jesus, lässt sich taufen und öffnet ihr Haus für Paulus. Und so wird das 1. Modehaus von Philippi das 1. Gemeindehaus von Europa und die Boutique-Besitzerin Lydia die 1. Christin Europas. Mit ihr hat die Kirche auf unserem Kontinent angefangen und mit uns geht sie heute weiter.


Agnes Wäfler,

verheiratet, Jg. 1955,

betreut schon 27 Jahre das Sekretariat FRAUENzeit,

liebt es Events zu kreieren und ist in der Freizeit häufig auf dem Bike oder der Loipe anzutreffen.

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