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Entscheidendes Timing

Nur schnell will ich in die Stadt fahren um was zu erledigen. Im Warenhaus ist das Gesuchte gekauft und ich bin auf der Rolltreppe hinunter zum Hauptausgang. Unten angelangt kreuzt sich mein Weg - ganz überraschend mit dem einer Freundin. Wir staunen über das Timing. Wäre die eine von uns nur eine Viertelminute früher oder später an dieser Stelle vorbeigekommen, hätten wir uns nicht getroffen. Und es wäre nicht zu diesem ungeplanten, freudigen Kaffeetreffen gekommen.


Dieses Timing hat meinen Tag bereichert – und jenen dieser Freundin. Es gibt jedoch Timings, die dramatischere Auswirkungen haben. Solche, die die ganze Weltgeschichte prägen. Über ein solches kam ich in letzter Zeit so richtig ins Stauen. Es handelt von einer Begegnung, die vor gut 2000 Jahren stattfand.



Nachdem Jesus gekreuzigt wurde, waren seine Jünger erschüttert und verzweifelt. Sie hatten nicht nur ihren Lehrer verloren, sondern auch ihre Hoffnung auf den rettenden Messias wurde zunichte gemacht. Die hohen Erwartungen an Jesus hatten sich nicht erfüllt. Statt sie von Leid und Gewalt zu befreien, war dieser nun tot. Von wegen Hoffnung auf eine neue Zeit…


Aber das neue Zeitalter brach an - zwar ganz anders als erwartet. Jesus blieb nicht im Grab, sondern er ist auferstanden! Und wem begegnet er nach diesem weltbewegenden Ereignis? Welcher Person zeigt er sich in diesem neuen Zeitalter zuerst? Den Jüngern, diesen «gestandenen» Männern, mit denen er einige Jahre unterwegs war? Wenn Jesus einige Minuten früher erschienen wäre, wäre er Petrus und Johannes begegnet, die zu diesem Zeitpunkt am Grab waren. Dies hätte mich nicht überrascht. Aber Jesus erscheint genau in dem Moment, in dem Maria Magdalena beim leeren Grab ist. Was für ein Timing, Jesus zeigt sich als erstes einer Frau! Einer Frau, die er von sieben Dämonen befreit hatte. Einer Frau, die davor als Besessene geächtet war und am Rande der Gesellschaft lebte. Die keine Aussicht auf ein erfüllendes Leben haben konnte, aber deren Lebensperspektive durch Jesus vollkommen verändert wurde. 


Dieser Frau vertraute Jesus die Offenbarung an, die den Lauf der Geschichte veränderte. Einer Frau, die nach den geltenden Regeln der damaligen Gesellschaft nicht einmal eine glaubwürdige Zeugin war. Ihr schenkte er die Ehre, als erste Person dem Auferstandenen zu begegnen! Diese Tatsache wäre schon überwältigend genug, finde ich. Aber diese Ehre wird getoppt, indem Jesus Maria Magdalena beauftragt, die gute Nachricht von seiner Auferstehung den elf Jüngern zu überbringen. Was für eine Würdigung dieser Frau!


Dieses «Nach-der-Auferstehung-Timing» bringt mich ins Staunen. Denn die unglaubliche Wertschätzung von Maria Magdalena und auch ihre Autorisierung als Botschafterin sind nicht einfach Geschichte. Nein, sie gelten auch uns Frauen im 21. Jahrhundert und bilden die Basis von FRAUENzeit: Wir sind von Gott gewürdigt und beauftragt, von dem, was wir mit Jesus erlebt haben, weiterzugeben. Bei Frühstückstreffen und Soirées, in Kursen und persönlichen Begegnungen.


Claudia Knuchel ist Präsidentin von FRAUENzeit.

Sie ist 57 Jahre alt, verheiratet und wohnhaft in Oberbipp/BE. Ihr Erstberuf ist Pflegefachfrau HF (Kinderkrankenschwester) und später folgten Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Theologie, Beratung/Seelsorge und Erwachsenenbildung.

Ihre Leidenschaft sind Kurse, Events, Wochenenden von und für Frauen. Ausserdem begeistert sie Lesen und Tanzen, Freunde und ihre Haustiere, internationales Essen und schönes Ambiente.

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