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Ein paar Gedanken zu den Gedanken

Aktualisiert: 5. Dez. 2023

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, so ein Volkslied aus dem 19. Jhdt. über die Gedankenfreiheit. Allerdings sind die Gedanken nicht immer frei und machen schon gar nicht immer frei. Manchmal im Bett, wenn ich nicht einschlafen kann, schleicht sich ein Gedanke ein, der wie eine lästige Fliege meinen Kopf nicht mehr verlässt, sondern sich vergrössert, mutiert, verselbstständigt und vor allem am Einschlafen stört.

Gedanken scheinen eine gewisse Macht zu haben, und das nicht nur in der Nacht. Zum Beispiel renne ich regelmässig eine Strecke, die in der Hälfte eine längere Steigung aufweist. Wenn ich meine Gedanken weg von der Mühsal der Steigung lenken kann, schaffe ich den Abschnitt leicht. Wehe mir, wenn ein Gedanke wie «du musst nicht alles rennen, du kannst auch eine Weile einfach gehen» durch den Kopf geht, fühlen sich meine Beine sofort viel schwerer an, das Laufen wird zum Kampf. Der Gedanke wirkt sich also unmittelbar auf den Körper aus. Etwas Ähnliches haben sicher alle schon erlebt: «Das schaffe ich nicht» oder «das wird nichts» und siehe da, das Gedachte trifft ein.


Gute Gedanken ergeben also ein gutes Resultat. Aber anscheinend auch: schlechte Gedanken, ein schlechtes Resultat. Also ist es von grösster Wichtigkeit, dass wir das Richtige, das Gute denken. Nur wie kommen wir zu diesen guten Gedanken? Um das zu beantworten, müssen wir uns erst klar werden, woher die Gedanken überhaupt kommen.

Die Bibel gibt uns da eine klare Antwort: Aus dem Herzen des Menschen.

«Aus dem Inneren, aus dem Herzen der Menschen, kommen die ... Gedanken.» Markus 7,21a

Dass die Gedanken im Herzen ihren Anfang nehmen, sehen wir auch im Markusevangelium 2,6-8 als Jesus die Pharisäer durchschaute.

«Jesus erkannte sofort, was in ihnen vorging, und fragte: Was denkt ihr solches in euren Herzen?»

Interessanterweise sagt Jesus nicht, dass die Gedanken aus dem Gehirn kommen, sondern aus dem Herzen. Wenn das Herz also die Quelle unserer Gedanken ist, kann das Gehirn als der Prozessor angeschaut werden, der die Gedanken unseres Herzens in Worte und Ideen umwandelt.


Nun zur Frage wie wir zu guten Gedanken kommen, Gedanken, die uns fröhlichen machen, Gedanken, die uns Frieden bringen, Gedanken, die unserem Körper guttun.

Durch ein gutes Herz! Und wie komme ich zu einem guten Herzen? Durch Gott: «Ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrer Brust und gebe ihnen ein lebendiges Herz (Hes.11,19)

Dieses lebendige Herz bekommen wir durch Jesus Christus, Gottes Sohn, der uns alle Schuld vergibt und ewiges Leben schenkt. Daher ist der Ratschlag in Sprüche 4,23 (Lut) enorm wichtig: «Behüte (bewache) dein Herz mit allem Fleiss, denn daraus quillt das Leben.» Oder wie es die HfA übersetzt: «Achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben!»


Wir brauchen ein Herz, das glaubt, was Gott sagt und nicht, was die Welt behauptet. Gerade in der heutigen Zeit ist das wichtiger denn je. Und so mahnt uns Paulus: «Passt euch nicht den Massstäben (oder den Gedanken) dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.» (Röm.12,2)

So frei wie es das eingangs erwähnte Lied behauptet, sind eben die Gedanken nicht, daher sagt wiederum Paulus: «Jeden Gedanken, der sich gegen Gott auflehnt, nehme ich gefangen und unterstelle ihn dem Befehl von Christus.» (2.Kor.10,5b)

«Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid.» (Phil.4,7)


Brigitte Roffler Historikerin und Germanistin, lic. phil.l, Universität Zürich, im Lehrbereich tätig. Initiantin evangelistischer Frauen-Frühstückstreffen www.mit-tiefgang.ch. Langjährige Erfahrung als Moderatorin und Referentin. Verheiratet und Mutter dreier Töchter. Schweizerisch-französische Doppelbürgerin.


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